Rezension - Christiane Höhmann - Untervörde
Titel: Untervörde
Genre: Krimi
Länge: 192 Seiten
ISBN-10: 3894254491
ASIN: B00KH6AZU2

Kurzbeschreibung laut Amazon.de:
Eine harmlose Radtour an der Weser stellt Klaras Leben völlig auf den Kopf. Nach einer Panne entdeckt sie am Straßenrand ein Gedenkkreuz mit dem Namen ihrer Mutter, die vor sechzehn Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Direkt danach kehrte die Familie dem nahe gelegenen Dorf Untervörde den Rücken. Das Erscheinen der jungen Frau sorgt im Ort für Aufsehen, sie ist das Ebenbild ihrer Mutter und nicht alle möchten an die Geschehnisse von früher erinnert werden. Denn Viola kam mitnichten durch einen Unfall zu Tode, sondern wurde vergewaltigt und erdrosselt. Das muss nun auch Klara erfahren. Der verurteilte Täter heißt Bernd Pohlmeier; er ist der Vater von Klaras ehemals bester Freundin Vera und seit Kurzem wieder auf freiem Fuß. Es gärt in dem Dorf und Klara weiß nicht, wie mit dem neu gewonnenen Wissen umgehen. Dann wird Bernd Pohlmeier am Ufer der Weser tot aufgefunden. Die Verdächtigenliste kann nicht länger sein und Klara steht darauf ganz oben ... Emotional, atmosphärisch dicht und zugleich mit hohem Tempo erzählt. Christiane Höhmann, wie ein vermeintlich zur Ruhe gekommenes Dorf mit Geschehnissen der Vergangenheit konfrontiert wird.
"Untervörde" ist ein Krimi mit vielschichtigen Charakteren. Für meinen Geschmack war die Geschichte aber leider etwas zu kurz. Tiefere Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonisten und etwas mehr Spannung hätten diesen Roman abgerundet. Der Schreibstil ist teilweise etwas zu distanziert. Formulierungen wie "die Mutter" und "der Vater", statt "meine Mutter" oder "mein Vater" finde ich sehr anstrengend. Wenn diese Ausdrucksweise nur von einer einzigen Person verwendet werden würde, wäre das durchaus stimmig, da sie dann vielleicht den Charakter einer Person, die nicht viel Bezug zu ihrem Elternhaus hat, gut widerspiegeln könnte. Dass mehrere Protagonisten unabhängig voneinander praktisch dieselbe Sprechweise verwenden, finde ich aber etwas komisch. 

Wer der eigentliche Täter ist, bleibt bis zum Schluss unklar. Das hat mir gut gefallen. Der Roman bietet mannigfache Ansätze und kann mit einer interessanten Thematik aufwarten. Am Ende lässt mich dieses Buch jedoch mit vielen ungeklärten Fragen zurück. Die Handlung ist zwar glaubhaft und teilweise gut nachvollziehbar, trotzdem hat mir einiges gefehlt. Die Kommissare in der Geschichte haben die eher düstere Stimmung etwas aufgelockert. Diese hätte man ruhig von Anfang an einbauen können. Trotz allem hat mich Klaras Geschichte auch ein Stück mitgerissen, weshalb ich keinesfalls von diesem Buch abraten möchte. Ich persönlich würde eine Fortsetzung toll finden. Vielleicht könnte man dann die Gedanken und Gefühle der Charaktere besser verstehen.

Meine Bewertung: 3 von 5 Büchern
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Meine Altersempfehlung: 
Ab 16 Jahren